Artikel: Mediation ein „Ärgernis, das Energie und Zeit gekostet hat“

Das Mediation nicht immer zum Erfolg führt, sondern auch scheitern kann, sollte eigentlich allen Beteiligten bewusst sein.
Sie ist eine Methode, die hilft und unterstützt. Dabei kommt es immer auf die aktive Arbeit der Beteiligten an.

Es gibt verschiedene Bedingungen, die für eine gut verlaufende Mediation sinnvoll sind.
So ist es zum Beispiel wichtig, auf welcher Eskalationsstufe sich der Konflikt befindet. Friedrich Glasl hat ein anschauliches Modell von Eskalationsstufen entworfen, mit dessen Hilfe man eine hilfreiche Einschätzung vornehmen kann. (Diese Eskalationsstufen sollen in einem eigenen Beitrag Raum finden).

Das Mediation also auch scheitern kann, scheint unerwartet. (Ob das an den vorauseilenden, meist positiven Berichten liegt, möchte ich nicht wagen, klären zu wollen).

In Warstein ist 2013 eine Mediation gescheitert und hat nicht zum Erfolg geführt.
Sie wurde von einer Seite als „Ärgernis, dass Energie und Zeit gekostet hat“ erlebt:

  • Scheinbar war der Zeitraum der Mediation so sehr begrenzt, so dass die Mediation mit ihren 5 Phasen nicht beendet werden konnte. Es seien keine Lösungsansätze entwickelt worden.
  • Bei einer Seite entstand der Eindruck, „die Lösung des Interessenkonfliktes [sei] einfacher, wenn wir freundlich miteinander umgehen“.
  • Ebenso habe sich eine Seite in einer Grundsatzfrage nicht bewegt, so dass eine einvernehmliche Lösung nicht möglich gewesen sei.

Da sich wenig fundiertes aus dem Artikel schließen lässt, möchte ich nur oberflächlich auf die Punkte eingehen:

  • Eine Mediation ist eine Methode. Diese Methode umfasst fünf Phasen. Dabei können die Phasen unterschiedlich (zeitlich) ausgeprägt sein, sie müssen aber stattfinden. Wenn dies nicht geschieht, ist es aus meiner Sicht keine Mediation. (Mediationen mit zeitlicher Begrenzung sind nicht ausgeschlossen, erfordern aber ein angemessenes Zeitmanagement).
  • Im Konfliktfall treffen Sache (worum es geht) und Gefühle (Interessen und Bedürfnisse) aufeinander. Ein normaler Umgangston ist in der Mediation wichtig, da es um das (Zu)Hören geht. Aber daraus lässt sich keine Lösung ableiten, weil es um die Interessen und Bedürfnisse „hinter der Sache“ geht. Durch reine Höflichkeit werden diese sicher nicht zutage treten.
  • Ein wichtiges Element im Mediationsverfahren ist die Ergebnisoffenheit. Darunter ist zu verstehen, dass es zu Beginn noch kein fertiges Ergebnis geben kann darf. Alle Lösungen müssen gemeinsam erarbeitet werden. Erst durch einen solchen Prozess kann eine gemeinsame Grundlage entstehen. Wenn beide Parteien die Gegenseite als (konstruktiv) aktiv am Prozess erleben, kann ein positiver Eindruck entstehen. (Hierbei geht es nicht um die jeweiligen Interessen und Wünsche an das Ergebnis des Mediationsverfahrens).

Aus meiner Sicht ist es wichtig, immer wieder daran zu erinnern, dass Mediation keine Einbahnstraßen-Methode ist, die immer zur Lösung führt.

Mediation ist aber eine Methode, die es ermöglicht, Lösungen zu finden, an die man vorher nicht gedacht hat.

Mediation bietet keine Erfolgsgarantie, aber sie schafft Möglichkeiten.
Menschen, die es nicht schaffen ihren Konflikt zu lösen, sind aus meiner Sicht, dankbar über solche Möglichkeiten und bereit an Lösungen zu arbeiten.

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