Ein gelungener Beitrag zum Thema Zensur

Antje Schrupp hat auf Ihrem Blog einen Beitrag zur aktuellen Löschungsdiskussion bei Facebook im „Fall Domian“ geschrieben und auf die Bedeutung von Zensur hingewiesen.

Die Diskussion in diesem und in anderen Fällen ähnelt sich und ich gebe ihr Recht, wenn Sie sagt

Sie glauben, wenn sie ihre  Meinung nicht jederzeit und überall veröffentlichen dürfen, sei das dasselbe, als wenn sie sie gar nicht veröffentlichen dürfen. Also “Zensur”.

(Sie spricht dabei von Männern, womit sie sicher Recht hat, aber das soll hier jetzt nicht das bedenkenswerte sein).

Mir ist in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass eine Art Gewöhnung entstanden ist.

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, seine Meinungen und Gedanken kundzutun. Das ist eine Form Freiheit, die den Menschen (mit Internetzugang) zur Verfügung steht. Das wird ausgiebig genutzt. Sie teilen sich auf „eigenen“ Plattformen (Blogs) oder „fremden“ Plattformen (Twitter, Facebook, G+ etc.) mit.

Theoretisch lässt sich also mit den eigenen Beiträgen jeder Mensch (mit Internetzugang) erreichen.

Daraus hat sich eine Art Erwartungshaltung entwickelt, dass die eigenen Beiträge auch von jedem gelesen oder zumindestens wahrgenommen werden müssten.

Sowas kann aber auch nur im Internet entstehen. Im „realen“ Alltag erwartet das doch keiner, oder? Wer will denn, dass die Frau von gegenüber oder der Mann beim Bäcker meine Meinung hört. Ich stelle mich doch nicht daneben und beginne meine Meinung zu einem Thema auszubreiten. Meistens wird doch eher versucht, den sozialen Kontakt zu minimieren (wenigstens in öffentlichen Verkehrsmitteln).

Im Internet ist das scheinbar anders. Oder anders gesagt, ist der Eindruck weit verbreitet, dass es genau so sein muss: Wenn ich was geschrieben habe, soll das wahrgenommen werden.

Oft ist es auch verbunden mit der Erwartung, dass die eigene Meinung entsprechend geteilt wird (aber das ist ein anderes Thema).

An dieser Stelle verwischen für mich zwei getrennt zu betrachtende Aspekte:

  • die Möglichkeit mit Kommunikationsmitteln zu kommunizieren und
  • der Inhalt der Kommunikation

Nur weil ich meine Meinung äußern kann (Mittel) hat diese nicht automatisch Relevanz (Inhalt).

Relevanz, also im Sinne von Bedeutung in einer Diskussion, erhalten Beiträge durch inhaltliches (Vor-)Bedenken und Auseinandersetzung.

Ich bin aber zuversichtlich, dass dies auch im Netz in weiten Teilen „gelernt“ wird. Ich habe davon gehört, dass Kinder und Jugendliche dazu neigen, undurchdachtes zu sagen und sich das später bei den meisten geändert hat.
Ich denke, dass lässt sich auch mit dem Lernen im Internet vergleichen.

Falls jemand diesen Beitrag lesen sollte und sich dazu äußern möchte, kann er oder sie dies gerne  in den Kommentaren tun. 😉

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