Die erste Welle der „Hattie-Studie“ erreicht die Republik, Update 2015

Habe Heute in der Zeit einen Artikel zu der Studie von John Hattie gelesen.  Er ist Professor in  Neuseeland und hat eine umfangreiche Studienauswertung (des englischsprachigen Raums) über viele Jahre durchgeführt und die Ergebnisse 2007 veröffentlich.

Mein Eindruck beim Lesen des Artikels war relativ schnell, dass in Deutschland eine Auseinandersetzung mit seiner Arbeit und seinem Index stattfinden wird. Die Diskussion scheint erst zu beginnen, demnächst erscheint wohl auch sein Buch auf deutsch.

Zwei Begriffe, deren Bedeutung im folgenden Zitat beschrieben werden finde ich als wesentlich:  „Das beginnt mit einer stringenten Klassenführung (»classroom management«).Ein guter Lehrer darf keine Zeit mit unwichtigen Dingen verschwenden, und er muss rasch erkennen, wann er auf eine Störung mit Strenge und wann mit Humor reagiert. Noch höher auf der Hattie-Skala rangiert die »teacher clarity«,dass Schüler also verstehen, was der Lehrer von ihnen will. Beide Erfolgsbedingungen für einen gelungenen Unterricht werden stark unterschätzt. In der Pädagogenausbildung spielen sie kaum eine Rolle. Dabei gehen im Leben eines Schülers Wochen an Lernzeit allein damit verloren, dass Lehrer umständlich Arbeitsblätter verteilen. Ganze Stunden erweisen sich als wirkungslos, weil der Lehrer zu Beginn nicht klarmacht, worauf es in den nächsten 45 Minuten ankommt.“ (Quelle: Die Zeit, Link siehe oben).

Ich schätze, dass es, wie so oft viele Diskussion geben wird, die nicht an einer pragmatischen Auseinandersetzung interessiert sind, sondern Dinge bewahren wollen. Es ist aber sicher spannend, wie weit die inhaltliche Diskussion für einen sinnvollen Diskurs genutzt werden kann.

Es ist nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht.

Update 2015: Die Studie ist sehr umfangreich gewesen, so dass sich Professor Klaus Zierer, einer der Übersetzer der Studie, eine Zusammenfassung auf 130 Seiten erstellt hat.

Auf zum.de (Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V.) findet sich hier ein Bericht darüber. Dort findet sich auch schon eine kleine Zusammenfassung.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter gelesen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Die erste Welle der „Hattie-Studie“ erreicht die Republik, Update 2015

  1. Karl Kolumno schreibt:

    Finde den Aspekt der Clarity sehr gut. Kenne ich aus Schüler und Studenten Perspektive in beiden Versionen: Klare und unklare Ziele der Unterrichtseinheit. Mir sind die klaren Vorgaben und Lehrer wesentlich positiver und effektiver in Erinnerung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s